Bildergalerie I

Die „Normalität“ des Ghettos – Spuren aus dem Alltag

Wie lebten die Menschen im Ghetto? Welche Nutzungen hatten die Räume? Wie waren diese ausgestattet? Antworten auf diese Fragen geben zahlreiche Funde und Hinweise in den Gebäuden im heutigen Terezín. Doch erst auf den zweiten Blick wird der historische Hintergrund bewusst: die unwürdigen Lebensbedingungen, das Überleben und Sterben im Ghetto, das in erster Linie ein Sammel- und Durchgangslager für Juden war, eine Zwischenstation vor Auschwitz-Birkenau und anderen Mordlagern im „Osten“. Davon muss man wissen, um diese Zeugnisse und Spuren zu verstehen. Sie sind Bruchstücke der Kulisse, vor der sich einst ein Kapitel der „Endlösung“ abspielte.


Bildergalerie II

Ein Dachboden voller Geschichten – L 237

Kaum vorstellbar: Eine winzige Dachkammer teilten sich mindestens vier Personen. Die Bewohner waren einfallsreich und sehr kreativ bei der Ausgestaltung ihrer mickrigen Unterkunft: Wandmalereien und Graffiti, erst auf den zweiten Blick erkennbar, erzählen von Liebeskummer, schlaflosen Nächten und der Sehnsucht nach der Heimat. Humorvoll beschreibt beispielsweise ein holländischer Vers die allgegenwärtige Plage durch Wanzen. Ungeziefer war angesichts der unbeschreiblichen hygienischen Verhältnisse ein Problem, das den Alltag aller Häftlinge im Ghetto bestimmte.

Vorweg gesagt: Die Gesamtschau der folgenden Bilder lässt einzigartige und vor allem sehr persönliche Einblicke in das Leben der hier einquartierten Ghettobewohner zu. Der Betrachter bekommt Zugang zu einer eigenen Welt. Diese Welt selbst ist nur dreizehn Quadratmeter groß. Dass ausgerechnet hier eine Fülle von bislang unbekannten Graffiti und Wandbildern existiert, ist mehr als überraschend.

Dieser Dachboden ist nur einer von vielen, auf denen noch Spuren des Ghettos existieren. Wir wollen die Urheber finden und ihr Schicksal nachzeichnen. Mehr dazu demnächst auf www.ghettospuren.de


Bildergalerie III

Botschaften aus der Vergangenheit – Poterne III

Als im Jahr 2004 ein Festungstor, die Poterne III, nach jahrzehntelanger militärischer Nutzung freigelegt wurde, trat eine Überraschung zutage: Unzählige Graffiti waren in den Sandstein geritzt, darunter viele, die kaum zu entziffern sind. Unübersehbar jedoch die Jahreszahlen 1942, 1943 und 1944. Wer genau hinschaut, erkennt schließlich Symbole für Hoffnung und Glauben, Signaturen, Transportnummern, Namen und Daten.

Die Urheber waren zumeist Häftlinge und Mitglieder der Ghettowache, die aus Häftlingen rekrutiert wurde. Fast siebzig Jahre lang hat dieser Ort sein Geheimnis bewahrt. Und bislang wurden diese Zeugnisse nicht gewürdigt. Wir wollen dies ändern und versuchen die Lebenswege der Urheber zu rekonstruieren. Ghettospuren.de wird dazu noch ausführlich berichten.


Bildergalerie IV

Ausbauten auf den Dachböden – Not macht erfinderisch

Die meisten baulichen Veränderungen, die zwischen 1941 und 1945 entstanden, wurden nach Kriegsende beseitigt. Doch überraschend ist, wie viele Relikte und Nutzungsspuren insbesondere auf den Dachböden bis heute erhalten geblieben sind. Sie zeugen von den kaum vorstellbaren unmenschlichen Wohnbedingungen. Zugleich belegen sie den Einfallsreichtum der Bewohner im Umgang mit Materialien jeder Art unter den extremen Bedingungen des Ghettos. Wir versuchen anhand von detaillierten Fotodokumentationen so viele Anhaltspunkte wie möglich zu ermitteln, identifizieren Spuren, um im Rahmen der späteren Recherchen mehr darüber zu erfahren.

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