Nordwand
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Der Ghettowachmann

Datum Entstehung: 1942–1944

©WILDFISCH

© WILDFISCH

Obwohl hier Details kaum noch erkennbar sind, ist auch dieses Porträt als Ghettowachmann zu identifizieren, hier mit Mantel.

 
 
 

 

 

 

 

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Erinnerung an Schulzeit

Datum Entstehung: 1943–1944

©WILDFISCH

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„11. Gympl, 1943-1944“: Diese Inschrift hat vermutlich ein Schüler hinterlassen, der zwischen 1943 und 1944 in Theresienstadt war. „Gympl“ ist ein umgangssprachlicher Ausdruck für Gymnasium. Er wird noch heute in Tschechien und der Slowakei benutzt.

 

 

 

 

 

 

 

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Felix Alterthum

Datum Entstehung: 3/1943-10/1944

©WILDFISCH

Inschrift von Felix Alterthum © WILDFISCH

Familienbild mit Hans-Werner, Carla, Felix und Joachim Alterthum. ©Familie Althertum, Tilsit 1937, Doris Alterthum

Hans-Werner, Carla, Felix und Joachim Alterthum, Tilsit 1937 © Doris Alterthum

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Inschrift ist stark beschädigt, kaum noch zu entziffern, aber ursprünglich stand hier: „FELIX ALTERTHUM TILSIT 1943“. Der Zusatz Tilsit war Schlüssel bei der Identifizierung des Urhebers. Felix Alterthum (geb.10.11.1894) war in der Stadt im Baltikum vor dem Krieg als Gemeindevertreter tätig (damals ostpreußische Provinz). Dabei war er unter anderem auch für die Abwicklung der so genannten Heimeinkaufsverträge zuständig [1].

Nach Theresienstadt kam er zusammen mit seiner Frau Carla und dem Sohn Joachim über Berlin mit dem vierten großen Alterstransport I/90 am 18. März 1943.

Am 29. September 1944 folgte sein Weitertransport nach Auschwitz-Birkenau. Nach kurzem Aufenthalt wurde er schließlich überstellt nach Kaufering, einem Außenlagerkomplex des KZ Dachau, wo er am 17. Januar 1945 starb. Die genauen Umstände seines Todes sind nicht bekannt. Auch Frau und Sohn, die nur wenige Tage später nach Auschwitz deportiert wurden, überlebten nicht. Sie wurden vermutlich unmittelbar nach ihrer Ankunft in den Gaskammern ermordet.

 


Felix Alterthum

  • geb.10.11.1894 in Chemnitz
  • letzter Wohnort: Tilsit, Ostpreußen
  • Transport I/90 / 18.3.1943 / Berlin – Theresienstadt/Terezín
  • Transport El / 29.9.1944 / Theresienstadt/Terezín – Auschwitz/Oświęcim
  • letzter bekannter Aufenthaltsort: Dachau
  • Häftlingsnummer KL Dachau: 115806

 

  • Carla Alterthum
  • geb.15.3.1909 in Tilsit, Ostpreußen
  • letzter Wohnort: Tilsit, Ostpreußen
  • Transport I/90 / 18.3.1943 / Berlin – Theresienstadt/Terezín
  • Transport Eo / 6.10.1944 / Theresienstadt/Terezín – Auschwitz/Oświęcim

Joachim Alterthum

  • geb.4.2. 1931 in Tilsit, Ostpreußen
  • letzter Wohnort: Tilsit, Ostpreußen
  • Transport I/90 / 18.3.1943 / Berlin – Theresienstadt/Terezín
  • Transport Eo / 6.10.1944 / Theresienstadt / Terezín – Auschwitz Oświęcim

 



[1] Deutsche Juden, die ab 1942 (entsprechend den Vorgaben der Wannseekonferenz) in das „Altersghetto“ Theresienstadt deportiert werden sollten, wurden gezwungen, “Hemeinkaufsverträge” zu schließen. Dies geschah auf Veranlassung der Gestapo, wurde jedoch von der “Reichsvereinigung der Juden in Deutschland” umgesetzt. Das Vermögen ging später an das Reichssicherheitshauptamt (RSHA).

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Il Capitano

Datum Entstehung: 1942–1944

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© WILDFISCH

 

Zu erkennen ist eine ganze Serie von Porträts ( aufgnommen 2005), vermutlich Karikaturen von ein und demselben Urheber: Markante Nase und Kinn, eine Mütze mit ein oder zwei Streifen und die Beschriftung „IL CAPITANO DELLA GUARDIA“ (Italienisch für „Hauptmann der Wache“) erklären, wer hier porträtiert wurde: Die Porträtserie zeigt Mitglieder der Ghettowache.

Zwei Streifen auf der Mütze weisen darauf hin, dass es sich hierbei um einen ranghohen Dienstgrad handeln muss. Warum die Beschriftung auf Italienisch erfolgte (Deportationen aus Italien nach Theresienstadt gab es nicht), ist ungeklärt. Weder die Namen der Urheber noch die Identität des „Capitano“ sind bekannt.

Unter einem anderen Porträt steht „KAMERADEN“ – wer genau hinsieht, erkennt einen Brillenträger. Auch die Inschriften „R.104 Wien T“ und die Initialen I.R. sind der Bilderserie zuzuordnen. Sie lassen jedoch keine Identifizierung der Urheber oder des Porträtierten zu.

Der tschechische Name „KOTAS HONZA“ wurde erst nach 1945 in den Stein geritzt, wie ein erst kürzlich aufgefundenes Foto beweist, das vermutlich unmittelbar nach der Befreiung aufgenommen wurde.

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Josef Freund

Datum Entstehung: 12/1942–9/1944

©WILDFISCH

©WILDFISCH

Die gerahmte Inschrift wurde von Josef Freund aus Pardubice (geb. 25.11.1890) verfasst. Die Anmutung der Typographie und die sorgfältige Ausführung lassen darauf schließen, dass er hierfür einige Zeit investiert haben muss – der feine, beinahe elegante Schriftzug fällt ins Auge.

Über sein Schicksal ist leider wenig bekannt: Freund war mit Zdeňka (geb. Flaschner) verheiratet. Zusammen mit seinen erwachsenen Kindern Eva und Karel wurde er am 9. Dezember 1942 von Pardubice nach Theresienstadt deportiert. Das Ghetto war für sie nur eine Zwischenstation.

Am 28. September 1944 wurden zunächst Josef, wenige Tage später auch die Kinder Karel und Eva nach Auschwitz-Birkenau transportiert. Niemand hat überlebt.

Zdeňka Freundová wohnte zuletzt in Prag. Im Februar 1942 kam sie nach Theresienstadt und blieb dort vier Monate. Ihr Name stand auf der „Weisungsliste“ des Transportes AAi, der am 13.6.1942 das Ghetto verließ. Danach verliert sich ihre Spur.

Das Ziel dieses Transports ist bis heute nicht endgültig geklärt.

 


Josef Freund

  • geb. 25.11.1890 in Svatá Kateřina
  • letzer Wohnort: Pardubice
  • Transport Cg / 9.12.1942 / Pardubitz/Pardubice-Theresienstadt/Terezín
  • Transport Ek / 28.9.1944 / Theresienstadt/Terezín-Auschwitz/Oświęcim/z

 

  • Zdeňka Freundová, geb. Flaschnerová
  • geb. 25.9.1898
  • letzter Wohnort: Prag
  • Transport X / 12.2.1942 Prag – Theresienstadt/Terezín
  • Transport AAi / 13.6.1942 / Theresienstadt/Terezín – unbekannter Ort
Karel Freund

  • geb. 12.4.1920
  • letzer Wohnort: Pardubice
  • Transport Cg / 9.12.1942 / Pardubitz/Pardubice – Theresienstadt/Terezín
  • Transport Em / 1.10.1944 / Theresienstadt/Terezín – Auschwitz/Oświęcim

 

  • Eva Freundová
  • geb. 22.3.1930
  • letzer Wohnort: Pardubice
  • Transport Cg / 9.12.1942 / Pardubitz/Pardubice – Theresienstadt/Terezín
  • Transport Es / 19.10.1944 / Theresienstad/Terezín – Auschwitz/Oświęcim

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Ohne Namen

Datum Entstehung: 7/1943-10/1944

 ©Pamatnik Terezín A 1900 (Aufnahme von 1945)

©Pamatnik Terezín A 1900 (Aufnahme von 1945)

Eine tiefe Nische, etwas so groß wie ein A4-Blatt und mehrere Zentimeter tief. Genau hier an dieser Stelle war vor 70 Jahren noch eine Signatur: B. Nettl. Benno Nettl, so der vollständige Name, kam am 5. Juli 1943 mit dem Transport „De“ von Prag nach Theresienstadt, wo er als Ghettowachmann tätig war.

Ein Jahr danach, im August 1944, wurde Nettl zusammen mit seiner Frau Anna (Annie) Nettlová, seinem Sohn Mirko und seiner Tochter Hana, von der Gestapo verhaftet und in die Kleine Festung überstellt, das berüchtigte Gestapogefängnis gegenüber vom Ghetto. Für die Betroffenen kam das einem Todesurteil gleich: Dem maßlosen Sadismus der SS ausgesetzt, starben viele an den brutalen Misshandlungen, wurden zu Tode gefoltert oder hingerichtet.

Benno Nettl ca. 1940-1942 © Igor Nettl

Benno Nettl ca. 1940-1942
© Igor Nettl

Der Grund für die Verhaftung der Familie: Benno Nettl soll einen Brief geschmuggelt haben und dabei erwischt worden sein. Benno Nettl kam unter nicht bekannten Umständen am 20. Oktober 1944 um. Auch sein Sohn überlebte nicht. Er starb am 22. Dezember 1944 – die Umstände des Todes sind ebenfalls nicht bekannt.

Benno Nettl hat sich auch auf der Südwand der Poterne 1944 verewigt.

 
 

 

 


Benno (Benedikt) Nettl

  • geb.19.9.1896 in Roth Retschitz/Červená Řečice
  • Transport De / 5.7.1943 / Prag – Theresienstadt/Terezín
Mirko Nettl

  • geb. 4.2.1924, Ort unbekannt
  • Transport De / 5.7.1943 / Prag – Theresienstadt/Terezín

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Palme und Chanukka­leuchter

Datum Entstehung: 9/1942 – 9/1944

©WILDFISCH

© WILDFISCH (2011)

Die Palme ist wahrscheinlich eine Anspielung auf die biblische Mythologie. Sie steht als Symbol für Sieg und Triumph. Auch im Ghetto Theresienstadt, in dem offiziell die Religionsausübung verboten war, hatten religiöse Symbole für Gläubige ihre Bedeutung.

Das galt auch für den neunarmigen Leuchter, das Symbol für das Chanukka-Fest (deutsch. Wiedereinweihung), das die Wintersonnenwende ankündigt. Gefeiert wird damit der Triumph des Lichts über die Dunkelheit. Das hatte der Urheber vermutlich im Sinn, als er dieses Motiv in den Sandstein ritzte.

 Im Ghetto war der Chanukka-Leuchter freilich mehr als nur ein religiöses Motiv, denn das Lichteranzünden symbolisiert auch den Sieg des Guten über das Böse und den Neuanfang. Zur Tradition gehört, den Chanukka-Leuchter im Fenster, also von der Straße aus sichtbar, aufzustellen.

Der Wiener Max Pizemczy (geb. 5.10.1894) hinterließ diese Bilder, wie seine Signatur verrät. Zusammen mit seiner Frau Berta kam er am 25. September 1942 von Wien nach Theresienstadt. Zwei Jahre darauf, am 28.  September und am 23. Oktober 1944, wurden beide nach Auschwitz-Birkenau deportiert, wo sie ermordet wurden.

 


Max Pizemczy

  • geb. 5.10.1894
  • letzter Wohnort: Wien
  • Transport IV/11 / 25.9.42 / Wien – Theresienstadt/Terezín
  • Transport Ek / 28.9.1944 / Theresienstadt/Terezín – Auschwitz Oświęcim
Berta Pizemczy, geb. Schmidekboehm

  • geb. 28.6.1894
  • letzter Wohnort: Wien
  • Transport IV/11 / 25.9.42 / Wien –Theresienstadt/Terezín
  • Transport Et / 23.10.1944 / Theresienstadt/Terezín – Auschwitz/Oświęcim

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Samuel Rosen

Datum Entstehung: 10/1942–10/1944

©WILDFISCH

© WILDFISCH (2011)

Das Graffito „S. ROSEN. WIEN. G.W. 31.“ stammt von Samuel Rosen (geb. 18.10.1878).

Am 1. Oktober 1942 wurde er zusammen mit seiner gesamten Familie aus seiner Heimatstadt Wien nach Theresienstadt deportiert, wo sie zwei Jahre blieben.

Er gehörte hier zur Mannschaft der Ghettowache und musste ungeachtet seines vorgerückten Alters (64) offenbar auch an der Poterne III Wachdienste versehen. Seine Tätigkeit als GW-Mann schützten ihn und seine Familie lange Zeit vor einem Weitertransport – bis Oktober 1944.

Zuerst wurden seine Tochter Edith und seine Frau Sary nach Auschwitz deportiert. Am 28. Oktober 1944, musste er selbst – es war der letzten Transport, der von Theresienstadt nach Auschwitz-Birkenau ging – das Ghetto verlassen. Seine Schwester Jenny stand ebenfalls auf der Transportliste. Niemand von ihnen hat überlebt.

 


Samuel Rosen

  • geb. 18.10.1878
  • letzter Wohnort: Wien
  • Transport IV/12 / 2.10.1942 / Wien – Theresienstadt/Terezín
  • Transport Ev / 28.10.1944 / Theresienstadt/Terezín – Auschwitz/Oświęcim

 

  • Sary Rosen
  • geb. 3.12. 1879
  • letzter Wohnort: Wien
  • Transport IV/12 / 2.10.1942 / Wien – Theresienstadt/Terezín
  • Transport Et / 23.10.1944 / Theresienstadt/Terezín – Auschwitz/Oświęcim
Jenny Rosen

  • geb. 7. 2. 1884
  • letzter Wohnort: Wien
  • Transport IV/12 / 2.10.1942 / Wien – Theresienstadt/Terezín
  • Transport Ev / 28.10.1944 / Theresienstadt/Terezín – Auschwitz/Oświęcim

 

Edith Rosen (Tochter von Samuel Rosen)

  • geb. 22. 11. 1924
  • letzter Wohnort: Wien
  • Transport IV/12 / 2.10.1942 / Wien – Theresienstadt Terezín
  • Transport Es / 19.10.1944 / Theresienstadt/ Terezín – Auschwitz/Oświęcim

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Stadtwappen Köln

Drei Kronen und elf „Flammen“: Das sind die Hoheitszeichen der Stadt Köln. Das Wappen erinnert an das Schicksal Hunderter Kölner Juden, die zwischen dem 15. Juni 1942 und dem 26. April 1944 nach Theresienstadt deportiert wurden.

Der erste große Transport aus Köln ging am 15. Juni 1942, nur zwei Wochen nach Beginn der Deportationen aus dem Deutschen Reich, nach Theresienstadt. Von den insgesamt 2.514 Juden aus Köln haben nur 231 den Holocaust überlebt. Mindestens weitere 65 Kölner wurden am 15. Januar 1943 erst nach Berlin und von dort aus auf verschiedenen Transporten nach Theresienstadt und Auschwitz deportiert.[1]

 


[1] Gottwald, Alfred; Schulle, Diana: Die Judendeportationen aus dem Deutschen Reich von 1941-1945. Eine kommentierte Chronologie, Wiesbaden 2005, S. 291

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Вилгелм Валтух

Datum Entstehung: September 1944

©WILDFISCH

©WILDFISCH

Wilhelm Waltuch während eines Urlaubs in Italien ©Kay Sharpe

Wilhelm Waltuch während eines Urlaubs in Italien ©Kay Sharpe

 

 

 

 

 

 

 

 

Wilhelm Waltuch (geb.26.1.1889 in Zagrabela) ritzte seinen Namen in kyrillischen Lettern im September 1944 in den Sandstein. Er hinterließ auch auf der Südseite der Poterne seinen Namen – nur zwei Meter entfernt.

Zusammen mit seiner Frau Berta wurde Wilhelm Waltuch am 9. Oktober 1942 im Alter von 53 Jahren von Wien nach Theresienstadt deportiert. Im Ghetto blieb Waltuch zwei Jahre: Am 23. Oktober 1944 wurden er und seine Frau nach Auschwitz-Birkenau deportiert, wo sie wahrscheinlich gleich nach ihrer Ankunft ermordet wurden.

Das Ehepaar hatte drei Kinder: Adolf, Gertrude und Hedda. Die Kinder erlebten eine behütete und glückliche Kindheit. Das änderte sich auf drastische Weise mit dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich: Wilhelm verlor im Zusammenhang mit der „Arisierung“ nicht nur seinen Posten als Geschäftsführer des größten Kinos im 17. Wiener Bezirk, auch das Kino selbst, dessen Mitinhaber er war, ging 1939 in Liquidation.

Familie Waltuch © Kay Sharpe

Familie Waltuch © Kay Sharpe

Der Untergang der Familie vollzog sich in Etappen: Nach Waltuchs Enteignung folgte der erzwungene Umzug aus der Wohnung in der Favoritenstraße 12 – die Adresse liegt in bester Lage im Zentrum Wiens. Wilhelm und Berta bleiben bis zur Deportation in einer Sammelunterkunft für Juden in der Novaragasse 40/26, wo sich viele jüdische Familien, zusammengepfercht auf engstem Raum, bis zu ihrer Deportation aufhalten mussten.

Die Töchter konnten Wien dank einer Arbeitserlaubnis für England gerade noch rechtzeitig verlassen: Hedda reist am 15. März, ihre Schwester Gertrude am 4. April 1939. Beide überlebten dadurch den Holocaust.

 


Wilhelm Wolf Waltuch

  • geb. 26.1.1889 in Zagrabela (nähe Tarnopol)
  • letzter Wohnort: Wien
  • Transport IV/13 / 10.10.1942 / Wien – Theresienstadt/Terezín
  • Transport Et / 23.10.1944 / Theresienstadt/Terezín – Auschwit/Oświęcim
Berta Waltuch, geb. Itzigsohn

  • geb. 27.9.1890 in Wien
  • letzter Wohnort: Wien
  • Transport IV/13 / 10.10.1942 / Wien – Theresienstadt/Terezín
  • Transport Et / 23.10.1944 / Theresienstadt/Terezín – Auschwitz/Oświęcim

 

 

 

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„St.“

©WILDFISCH (2014) und Pamatnik Terezín A 1900 (Aufnahme von 1945)

©WILDFISCH (2014) und Pamatnik Terezín A 1900 (Aufnahme von 1945)


Datum Entstehung: 1943–1944

Die vulgäre symbolische Darstellung einer Vulva bedarf eigentlich keiner weiteren Erklärung. In diesem Fall ist dies aber unverzichtbar, denn diese Ritzung entstand nachweislich erst nach 1945.

Einziger Hinweis auf den Urheber des Original-Reliefs sind die noch vorhandenen Inschriften „St.“ und „No“. Sicher ist auch dies eine letzte Botschaft, wie die Jahreszahlen 1943 und 1944 beweisen.

Gegenüber auf der Südseite der Poterne, hinterließ „St.“ eine stilisierte Blume.

ERKUNDEN SIE DIE SPUREN DER GESCHICHTE!

Interaktive Karte – Die nördliche Wand der Poterne III

Viele Spuren sind nach 70 Jahren leider nur noch mit Mühe erkennbar, einige wurden durch Vandalismus unrettbar zerstört. Mit der interaktiven Karte sollen die wichtigsten Zeugnisse aus der Zeit des Ghettos für die Nachwelt sichtbar bewahrt werden.

Dies ist eine originalgetreue Wiedergabe der nördlichen Wand der Poterne III kurz vor ihrem Ausgang zum Festungsgraben. Die Pins auf der Karte markieren besonders interessante Spuren und solche Ritzungen, deren Urheber identifiziert werden konnten.

Beim Klick auf einen Pin wird der Bildausschnitt vergrößert dargestellt, außerdem erhalten Sie nähere Informationen über die Zeugnisse und ihre Urheber. Sie gewähren einen exemplarischen Blick auf die Zehntausende Schicksale zwischen 1941 und 1945 im Ghetto Theresienstadt.

Das Foto zeigt einen Abschnitt die Nordwand der Poterne im Jahr 1945. Der Fotograf war Jiří Lauscher, ein ehemaliger Häftling des Ghettos. ©Pamatnik Terezín A 1900

ZITIERHINWEIS
Fischer, Uta, Theresienstadt 1941-1945 – Materielle Zeugnisse und Spuren. Poterne III, Berlin 17.4.2015, (Zugriffsdatum).

URL: https://ghettospuren.de/poterne-3/poterne-3-nordwand/

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