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Terezín (Theresienstadt), Tschechische Republik – 12. September 2014

Start der Onlinedokumentation www.ghettospuren.de

Fast 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der NS-Schreckensherrschaft sind einzigartige Spuren aus der Zeit des Ghettos Theresienstadt entdeckt worden. Die Funde, die über die gesamte tschechische Stadt Terezín verteilt sind, sollen im Mai 2015 der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Erste Ergebnisse zeigt jetzt die Onlinedokumentation www.ghettospuren.de.

Es sind zumeist einfache, oft sehr persönliche Botschaften aus der Vergangenheit, die jetzt in vielen Gebäuden der tschechischen Kleinstadt Terezín gefunden und dokumentiert wurden: Liebesbotschaften und Spottverse, schlichte Initialen als Lebenszeichen oder Wandmalereien, die die Sehnsucht nach der Heimat ausdrücken.

„O Wanze, o unheimliches Biest, was tanzt du die ganze Nacht auf mir herum … “, beschwert sich ein Unbekannter sarkastisch über die Wanzenplage im Ghetto. Auch die Ursache seiner Qualen, die Wanzen selbst, kritzelte ein Häftling an die Wand, wo sie jetzt, knapp 70 Jahre später, entdeckt wurden. An einer anderen Wand sind Tierzeichnungen zu sehen, die für ein kleines Kind gedacht waren. Wieder woanders haben sich Mitglieder der einstigen Ghettowache im Sandstein verewigt.

Bei sämtlichen Spuren handelt es sich um Relikte aus der Zeit, als Theresienstadt/Terezín als riesiges Gefängnis für Juden aus halb Europa diente, die in Häusern, auf Dachböden, in Kellern und Kasematten der alten Festung leben mussten. Fast 70 Jahre lang hat sich fast niemand für diese Relikte der Vergangenheit interessiert. Die wenigsten davon sind überhaupt bekannt.
Als wir 2012 mit einem Aufruf im Internet starteten, kannten wir nur wenige Fundorte“, sagt die Stadtplanerin Uta Fischer. Doch in den letzten zwei Jahren wurden Dutzende neue entdeckt.

Da viele Spuren durch Renovierung, Verwitterung und Vandalismus zunehmend vom Verschwinden bedroht sind, entschloss sich Uta Fischer, diese zu dokumentieren. Unterstützt wird sie dabei tatkräftig durch ein deutsch-tschechisches Team, darunter die Restauratoren
Prof. Dr. Thomas Danzl und Dipl.-Ing. Karol Bayer, der Fotograf Roland Wildberg sowie der Bauforscher Jiří Smutný. Die Finanzierung übernehmen die Kulturstiftung des Bundes und weitere Institutionen in Deutschland und Tschechien.

Informationen zum Projekt
Das Projekt „Ghetto Theresienstadt 1941-1945. Materielle Zeugnisse und Spuren Ghetto Theresienstadt 1941–1945“ (www.ghettospuren.de) startete im Mai 2012 und wird seit Mai 2014 gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes, die Stiftung „Erinnerung Verantwortung Zukunft“, den Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds in Prag sowie weitere Partner in Deutschland und Tschechien. Offizieller Träger ist der „Verein der Freunde und Förderer von Theresienstadt e.V.“, Projektleiterin Uta Fischer, Büro WILDFISCH.

Zu den Projektpartnern zählen die Stadtverwaltung Terezín (CZ), der Militärhistorische Klub Festung Terezín (CZ), die Hochschule für Bildende Künste Dresden, Studiengang Kunsttechnologie, Konservierung und Restaurierung von Wandmalerei und Architekturfarbigkeit (D), die Universität Pardubice, Fakultät für Restaurierungswissenschaften, Litomyšl (CZ), die Gedenkstätte Terezín (CZ) sowie die Initiative Terezín (CZ).

Kontakt
Oliver Bradley
Fon: +49 (0) 30 – 23 63 64 80
Mobile: +49 (0) 179 – 297 78 45
E-Mail: presse@ghettospuren.de

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Luftbild
Das Luftbild zeigt das heutige Terezín aus 1.000 Meter Höhe. Die Stadt ist eine Festung, die Ende des 18. Jahrhunderts errichtet wurde. ©WILDFISCH, Roland Wildberg, Uta Fischer

Ghetto Plan
Sogenannter „Siedlungsplan von Theresienstadt“: Gut erkennbar die Trasse der Bahnverbindung (gestrichelte Linie), die von Häftlingen projektiert und gebaut werden musste, um die Logistik der SS zu „optimieren“. Der Plan, datiert Juni 1942, entstand in der Technischen Abteilung der jüdischen Selbstverwaltung des Ghettos. ©Kreisarchiv Litoměřice (CZ)

Wachtposten
Mitglieder der Ghettowache hinterließen 1944 diese Inschrift an einem Festungstor: „Das Tor wird überwacht von der Ghettowache 1944.“ ©WILDFISCH, Roland Wildberg, Uta Fischer

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